Die Liebe

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Die bedingungslose Liebe

Die bedingungslose Liebe ist die Liebe, die mit keinen Bedingungen und Vorgaben verbunden ist. Bedingungslose Liebe ist Liebe um der Liebe willen. Bedingungslose Liebe übersteht alle Herausforderungen und alle Enttäuschungen. Man sagt, Jesus Christus sei die Inkarnation der bedingungslosen Liebe selbst gewesen.

Bedinungslose Liebe erwartet nicht, dass der andere etwas Konkretes tut bzw. die Liebe erwidert wird. Bedingungslose Liebe zeigt sich in der Treue, auch wenn der andere mal einen Fehler gemacht hat. Begingungslose Liebe zeigt sich in der Fürsorge, wenn der andere krank wird. Bedingungslose Liebe ist ein Ideal in Zweierbeziehungen. Bedingungslose Liebe ist das Ideal in der Nächstenliebe der Weltreligionen. Vollständig bedingungslose Liebe ist letztlich nur in Gott selbst zu finden.

Bedingungslose Liebe ist ein selten erreichtes Ideal, aber dennoch ein wichtiges Ideal. Sie ist eine Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Bedingungslose Liebe heißt: „Ich liebe dich so, wie du bist und egal, was du tust.“ Es gibt vermutlich nur eine bedingungslose Liebe, die als solche verstanden wird, das ist Liebe von den Eltern ihren Kindern gegenüber.

Eine Mutter liebt ihre Jungen, egal, was sie tun. Das Heranwachsende weckt sie in der Nacht immer wieder auf, es schreit, will ständig irgendetwas, doch die Mutter liebt es so, wie es ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass auch Väter ihre Nachkommen bedingungslos lieben. Jedoch kann die Mutter als Grundarchetyp für die bedingungslose Liebe an sich betrachtet werden, die dadurch das Ideal in allen Weltreligionen darstellt. Es wird in vielen Religionen ganz besonders erwähnt, dass Gott uns Menschen so bedingungslos liebt, wie eine Mutter ihr Baby. Egal, was wir Menschen tun.

In der Mutter ist ihrem Baby gegenüber ein Aspekt ausgeschalten worden, so dass sie sich nicht gegen ihr Baby wenden kann oder möchte. Egal was das Baby macht, es bekommt immer die uneingeschränkte Liebe der Mutter. Das können wir als metaphorisches Beispiel übernehmen.

Bevor wir andere Menschen so annehmen können, wie sie sind, muss in uns etwas stattgefunden haben, was es uns unmöglich macht, gegen andere Menschen zu sein.

Die Mutter stellt sich selbst hinter das Wohl ihres Babys. Warum tut sie das? Sie wurde durch die Geburt emotional dazu gebracht. Sie ist unabänderlich an ihre Nachkommen gebunden. Aus der Natur der Geburt ergibt sich die Notwendigkeit der Bedingungslosigkeit. Dazu komme ich später noch einmal zurück.

Wenn wir anderen Menschen dienlich sein wollen, dürfen wir uns an dem Punkt und in der Frage, wo der Bedarf der Dienlichkeit besteht, uns selbst und unser eigenes Wohl zurückstellen. Anderenfalls helfen wir nur solange, wie wir selbst einen Nutzen davon haben. Beim Thema Heilung kann es jedoch niemals um einen Nutzen gehen. Ein Mensch kann sich nicht selbst helfen. Er ist in seinem Leid genauso hilfsbedürftig, wie ein Baby. Deshalb kann ich ihm nicht sagen, dass ich ihm nur so viel helfe, wie er mir von Nutzen ist.

Sich selbst hinten anzustellen gelingt nur, wenn wir uns selbst nicht so wichtig nehmen. Das Andere ist wichtiger. Das gelingt Menschen nur, wenn sie die bedingungslose Liebe zu sich selbst gefunden haben, wie eine Mutter ihrem Baby gegenüber. Mit sich selbst bedingungslos im Reinen zu sein heißt, keine innere Zerrissenheit, keine inneren Dispute, keine inneren Schlachtfelder mehr da sind. Alle Konflikte mit uns selbst dürfen gelöst sein oder es darf die Bereitschaft da sein, die inneren Konflikte zu betrachten, um sie dadurch zu lösen.

Hast du diese bedingungslose Liebe in Dir gefunden? Nein? Das ist nicht schlimm. Wir können alle gemeinsam daran arbeiten, genau das mit uns zu tun, wonach unsere Seelenkörper dürsten. Denn wir haben alle dieselbe Sehnsucht, gehen aber oft unterschiedliche Wege, weil wir es manchmal noch nicht besser wissen.

Es steht außer Frage, dass die bedingungslose Liebe ein innerer Prozess ist, den wir nicht erlernen, sondern nur erfahren können. Vor der Schwangerschaft und Geburt kann man der werdenden Mutter nicht erklären, was sie dann tun würde. Es geschieht einfach mit ihr, weil es die Natur in ihr geschehen lässt. Wenn sie sich nicht dagegen sträubt, kommt ihre Natur zu ihrer Entfaltung.

Auch die folgenden Fragen sind immer wieder neu zu erfahren. Wie etwa: “Spürst du die bedingungslose Liebe von Gott? Fühlst du dich getragen von dieser bedingungslosen Liebe? Empfindest du bedingungslose Liebe zu anderen Menschen?“ Wir können von anderen Menschen nicht verlangen, dass sie bereits in der bedingungslosen Liebe sind, wenn die Rahmenbedingungen, in denen sie derzeit sind, dieses Sein nicht zulassen. Wir sind aber zuversichtlich, dass jeder mensch die bedingungslose Liebe erfahren kann.

Vielleicht versuchst Du einmal in dich selbst hineinzuschauen. Stellst Du Bedingungen in Dir fest, gegenüber dir selbst? Musst du so sein, oder so, oder so? Warum verlangst du das von dir und wo kommt dieses Verlangen her? Wenn du dauerhaft glücklich werden möchtest, ist es gut, diese Bedingungen aufzugeben und dich von allen Bedingungen frei zu machen. Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, ist eine beschränkte Liebe. Aber du strebst nach unendlicher Liebe. Diese Liebe ist die bedingungslose Liebe.

Die spirituelle Liebe ist eine bedingungslose Liebe zu allem was ist. Deine wahre Natur ist das schlichte Sein, das Wissen genau richtig zu sein und die Glückseligkeit aus der eigenen Natur heraus. Durch die gelebte Glückseligkeit drückt sich die Liebe in dir aus. In dem Moment, in dem du bedingungslose Liebe spürst, berührt dein Selbst das Selbst des anderen. Du erfährst dich als das Selbst des anderen.

Sobald wir Liebe aussenden, die in anderen ankommt und zurückstrahlt, erfahren wir den Sinn des Lebens. Wir erfahren die Schöpferkraft in uns selbst, die sich dadurch ausdrückt, dass wir für neues Glück und Glückseligkeit sorgen wollen.

Durch die göttlichen Energien sind wir ins Leben gekommen. Durch die bedingungslose Liebe in dieser Energie werden wir genährt und durch diese Energie erhalten wir unsere Vitalität und Gesundheit. So erfahren wir, was diese göttliche Energie in uns und durch uns ausdrücken kann. Gott ist die Liebe. Wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott ist in ihm. Die Liebe ist Belohnung durch sich selbst. Sie bedarf keiner Rückzahlung. Bedingungslose Liebe ist das schönste Geschenk, das du dir selbst und anderen Menschen machen kannst.

Liebe die Natur, liebe die Pflanzen, die Tiere, die Bäume. Liebe all deine Mitmenschen bedingungslos. So liebst du Gott. Für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft muss es ein Geben und Nehmen geben. Du hast alles Recht, deine Bedürfnisse vorzutragen. Aber deine Liebe darf bedingungslos sein.

In der bedingungslosen Liebe sein

Viele Menschen meinen, es wäre noch nicht an der Zeit, die bedingungslose Liebe gegenwärtig sein zu lassen. Diese Ansicht kommt einer Selbstbegrenzung nahe. Sie geschieht jedoch unbewusst.

Die bedingungslose Liebe ist immer da, war nie weg und wird nie weg sein. Sie ist in jedem Moment und in jeder Handlung gegenwärtig. Nur wissen wir es oft nicht, dass all unsere Handlungen aus Liebe geschehen. Sie geschehen aus Liebe zur Wahrheit und zwar zu unserer eigenen Wahrheit.

Um das verstehen zu können, dürfen wir zunächst auf die Ebene schauen, wo ein Konflikt entsteht. Ein Gedanke, oder eine Überzeugung trifft auf einen anderen Gedanken, oder eine andere Überzeugung. Die Überzeugung kann auch als eine Wahrheit, als eine Programmierung, als eine Ideologie oder als Glaube betrachtet werden. Jedenfalls handelt es sich immer nur um Interpretationen dessen, was ist.

Die Gegensätzlichkeit spielt sich als eine Interpretation in den Gedanken ab. Wird die Interpretation in den Gedanken nicht aufgelöst und oder ständig von außen mit Gegensätzlichkeiten gefüttert, kann es leicht zu einer Verlagerung des Konfliktes von innen nach außen kommen. Insbesondere dann, wenn im Inneren keine Lösung gefunden werden konnte.

Da der Konflikt nicht im Inneren gelöst werden konnte, wird er nach außen projiziert. Es werden sich Konfliktpartner gesucht, die dafür geeignet erscheinen, den Konflikt im Außen auszutragen. Beide Konfliktpartner erzeugen durch ihr Sein ein Resonanzfeld, das sich einander erkennen und anziehen lässt. Der Konfliktpartner wird nicht zufällig ausgewählt. In der Regel triggert der eine Konfliktpartner den anderen an einem ungelösten Konflikt an. Es passt wie Radiosender und  Empfänger genau zusammen. Wäre der Konflikt im Inneren gelöst worden, gäbe es diese Resonanz nicht.

Ob er im Außen gelöst wird, hängt vom individuellen und freien Willen der Menschen ab, die sich im Konflikt begegnen. Dies kann daran beobachtet werden, wenn einer der Beiden zu explodieren scheint, obwohl gar nichts Besonderes geschehen war.

Die Lösung liegt auch hier so nahe.

Es kommt nicht darauf an, das Richtige herauszufinden, oder einen Sieger in einem Kampf auf einem Schlachtfeld übrig zu behalten, sondern beide Ansichten nicht infrage zu stellen. Beide Seiten haben ihre Berechtigung. Sonst wären sie in den Gedanken nicht da.

Bedingungslose Liebe ist dann gegeben, wenn eigene Überzeugungen nicht gegen andere durchgesetzt werden, sondern alles so sein zu lassen, wie es ist.

Es kommt also nicht darauf an, die eigene Meinung durchzusetzen, sondern die andere Meinung nicht umzustoßen. Allerdings darf die andere Meinung auch nicht die eigene Meinung umstoßen wollen.

Die bedingungslose Liebe ist dann gegeben, wenn jeder seine Gedanken frei entfalten kann und nicht davon ausgehen muss, an irgendeinem Punkt falsch zu liegen. Dadurch gibt es die Gegnerischen Ansichten nicht mehr und den Konflikt auch nicht.

Bedingungslose Liebe ist das Grundgesetz des Universums.

Stellen wir uns eine Seele vor, die nicht inkarniert ist. Sie ist das reine unverfälschte weiße göttliche Licht. Dieses Licht entspricht einer Energie des Werdens. In diesem Zustand kann sich diese Seele jedoch nicht weiterentwickeln. Sie kann nur sein. Das reine weiße Licht besteht ausschließlich aus Informationen. Man kann sagen, dass sie die Summe ihrer Erfahrungen ist.

Um weitere Informationen sammeln zu können, darf sich die Seele dazu entschließen in ein Leben zu inkarnieren. Vor der Inkarnation ist bereits festgelegt, welche Erfahrungen die Seele erwarten kann. Diese Festlegungen wurden durch vorhergehende Handlungen in vorherigen Leben vorbereitet.

Nun kommt es darauf an, dass der Mensch diesen Seelenauftrag und die vorbestimmten Konflikte bewusst erkennt, um sie vor dem Antriggern transformiert zu haben, oder beim Bekanntwerden, oder beim Antriggern zu erkennen, dass da etwas ist, das transformiert werden möchte.

Dann muss der Konflikt nicht als gelebte Erfahrung ausgelebt werden, sondern kann im Geiste gelöst werden und der Weg ist um einen weiteren Schritt frei, hin zur bedingungslosen Liebe.

Wir dürfen erkennen, dass wir in der bedingungslosen Liebe nicht mehr die Gegensätze austragen müssen. Somit sind wir von der geistigen Verfassung her, von der Schöpferqualität her das, was das göttliche weiße Licht in seiner unverfälschten Form ist.