Die göttliche Weisheit

Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat? Weisheit besitzen ist besser als Silber, wertvoller als das reinste Gold. Sie ist kostbarer als Edelsteine. Nichts, was man sich wünschen könnte, ist mit ihr vergleichbar. Mit der rechten Hand bietet sie dir langes Leben und mit der linken Wohlstand und Ansehen. Sie erfüllt dein Leben mit Glück und Sicherheit. Sie ist der wahre Baum des Lebens. Wer sie erlangt und festhält, kann sich glücklich preisen! (Sprüche 3;13-18)

Diese oben genannten Worte schrieb  König Salomo, er regierte im 10. Jahrhundert vor Christi, seine Herrschaft dauerte zirka 40 Jahre, er war einer  der Söhne König Davids und Bathsebas. Laut 1. Könige 3 Vers.:7-14 sprach er sinngemäß zu Gott:  Ich bin noch viel zu jung und unerfahren um die Verantwortung für  das große Volk dessen Menschen keiner zählen kann zu übernehmen. Deshalb bat er um ein verständiges Herz, um das Volk in Gerechtigkeit leiten zu können. Gott freute sich über diese Bitte. Er sagte zu Salomo, Du hättest Dir ein langes Leben, Reichtum oder den Tod Deiner Feinde wünschen können. Stattdessen hast Du mich um Einsicht gebeten, damit Du recht regieren kannst. Darum werde ich deine Bitte erfüllen und dir so viel Weisheit schenken, dass kein Mensch vor Dir oder nach Dir mit Dir verglichen werden kann. Salomo verfasste 3000 Sprüche und 1005 Lieder.

Gott versprach ihm aber auch das, worum er nicht gebeten hat – Reichtum und Ansehen. Salomo konnte das israelitische Großreich in allen Beständen, das nach dem Tod des König Davids zu zerfallen drohte, ohne große kriegerische Auseinandersetzungen sichern. Seine großartige Hofhaltung, große Palastbauten, eine gegenüber Fremdkulturen freizügige Religionspolitik trugen zur kulturellen Blüte des Landes bei. Handelsbeziehungen zu den phönizischen Städten wurden intensiv ausgebaut. Handelsschiffe fuhren sogar bis nach Spanien. Durch den Bau des Tempels wurde Jerusalem zum religiösen Zentrum. König Salomo wurde zum Idealbild des mächtigen und weisen Herrschers.

Sein Herz wandte sich im Laufe der Zeit immer mehr den vielen  fremdländischen Frauen zu und den Pferden und so verließ er den Pfad der Weisheit und hatte kein gelingen mehr.

Da stellt sich die Frage, welcher Politiker hat denn in der heutigen Zeit ein verständiges Herz (Weisheit) um das Volk in Gerechtigkeit zu regieren?

Was können wir hieraus lernen?

Jeder Mensch ist Schöpfer seines Lebens, denn alles was unser Leben ausmacht haben wir selbst erschaffen durch unsere Schöpferkraft. Wie wichtig ist es uns Weisheit anzueignen, um unsere Schöpferkraft richtig anzuwenden. Dadurch gelangen wir in unsere Mitte, unseren Frieden, in die Bedingungslose Liebe zu Allem was ist. Wenn wir uns im Inneren ändern, dann ändert sich auch unser Umfeld( Innen wie Außen). Es wird gesagt Wissen ist Macht aber ohne Weisheit wird diese Macht oft missbraucht.

Mehr als auf  alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie bestimmen dein Leben. Lasse deinen Mund keine Unwahrheit aussprechen, keine Verleumdung oder Täuschung soll über deine Lippen kommen. Sorge dafür, dass du jedem frei und offen ins Auge blicken kannst. Überlege genau, was du tun willst und dann tu es entschlossen. Lass dich von der richtigen Entscheidung nicht abbringen, damit deine Füße nicht auf Abwege geraten.(Sprüche4:23-27)

Die Wörter für Weisheit sind im Hebräischen “Chochmah“ und im Griechischen “Sophia“. Im Hebräischen ist das Wort für Weisheit immer weiblich. Aus diesem Grund könnte man, wenn man von der göttlichen Weisheit spricht, vielleicht auch von dem “weiblichen Antlitz Gottes sprechen, so wie es in der orthodoxen Kirche geschieht.

Die göttliche Weisheit vereint vieles an hohen Werten in sich: Erkenntnis, Verständnis sowie Einsicht und Unterscheidungsvermögen. Wahre göttliche Weisheit beginnt mit der Achtung der Quelle allen Seins und deshalb übertrifft sie jede menschliche Weisheit. Ohne Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit gibt es keine göttliche Weisheit. Die göttliche Weisheit geht daher über jede andere menschliche Klugheit, menschliche Intelligenz und Weisheit weit hinaus. Sie ist allein mit dem Intellekt nicht zugewinnen.

Zur Weisheit gewordene Menschen halten vermessene, unbesonnene und harte Worte zurück. Von ihren Lippen kommen heilsame, angenehme und nützliche Worte und statt Unruhe zu stiften, beruhigen sie. Sie erheben sich nicht über andere.

Sophia ist der Anfang der Schöpfung die uralte biblische Frau Weisheit, jene göttliche Kraft, die vor allem anderen bereits da war, die weibliche Seele Gottes, die Quelle der Kraft. Sie gilt als die Schöpferin allen Lebens, aus der ihre männliche Ergänzung geboren wurde.

Die Heilige Geistin als schöpferische Kraft

Die vielleicht wichtigste Funktion der Heiligen Geistin, der Göttin der Weisheit, wird deutlich in der Schöpfungsgeschichte, wie sie im Alten Testament geschildert wird.

So ist bereits angedeutet worden, dass die weibliche Geisteskraft, die Ruach, etwas Dynamisches darstellt, eine Kraft, die sich bewegt und in Bewegung, in Schwung bringt, die also lebendig macht, verändert und erneuert. Man kann auch sagen: Die weibliche Geisteskraft steckt voller Energie und Vitalität und ist deshalb schöpferisch und kreativ. Man könnte deshalb die Ruach mit der göttlichen Urenergie gleichsetzen, also mit jener Energie, die die aktive Potentialität der Schöpfung in sich trägt, die dann auf Gottes Geheiß aktualisiert wird. Die Ruach, die Heilige Geistin, existierte demnach schon vor der Schöpfung (1. Mose 1,2). Sie ist jene göttliche Kraft, die vor allem anderen bereits da war. Und diese göttliche Urkraft, die eindeutig weibliche Züge trägt, wurde – folgt man der feministischen Autorin und Malerin Andrea Dechant – im Juden- und frühen Christentum personifiziert und verehrt als die große Muttergöttin Sophia.

Wenn man sehr alte biblische Schriften liest und dabei das Wort Weisheit durch den Namen Sophia ersetzt oder eine ältere katholische Bibel hat, in der tatsächlich in den entsprechenden Abschnitten noch der Name Sophia steht, dann schält sich allmählich ein sehr kraftvolles Bild heraus und es wird deutlich, dass viele dieser Abschnitte ganz so klingen, als sprächen sie von einem göttlichen weiblichen  Wesen.

In der Übersetzung der Oxford Annotated Bibel und in der ursprünglichen Übersetzung Luthers habe sie als Werkmeister Gott zur Seite gestanden. Als diese Kraft geht sie in uns ein-heilige Seelen, die wir sind- und wirkt durch uns. Sie ist die Schöpferkraft des Universums und die schöpferische Kraft in uns.

Es ist schon sehr erstaunlich, dass diese Bibeltexte den meisten Menschen nicht bekannt sind und vor allem nicht ihre Bedeutung. Das eindrückliche und schöne Zeugnis über die göttliche Weisheit in alten Bibelübersetzungen wirft eine Frage auf:

Warum führt, angesichts dieser biblischen Belege über ihr Wirken und Wesen, die Weisheit ein Schattendasein in der katholischen und evangelischen Theologie?

Sie, die Weisheit ist zu allen Zeiten wohl die schärfste Kritikerin und Gegnerin der Theologen gewesen, gleich welcher Konfession. Führten deshalb vielleicht Schriftgelehrte und Theologen einen erbitterten Kampf der Unterdrückung gegen die göttliche Weisheit.

Die Verehrung der Weisheit hielt sich insbesondere in der Ostkirche noch längere Zeit. Man denke nur an die Errichtung der damals größten Kirche der Christenheit, der Hagia Sophia, der heiligen Weisheit in Konstantinopel. Doch auch die orthodoxe Kirche verhärtete sich und klammerte sich so sehr an Rituale und Zeremonien, dass das alte Wissen mehr und mehr verloren ging.

Die einst mächtigste Kirche des frühen Christentums gilt wegen ihrer prachtvollen Innenausstattung mit Marmorplatten und Mosaiken als achtes Weltwunder.

Durch das apostolische Christentum, durch Paulus und seine Schule, wurde die Kirche zu einer reinen Männerkirche. Dies unterdrückte die Weisheit durch den Intellekt. Deshalb konnte der Apostel Paulus sagen, dass Christus die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes darstellt und das Jesus  Christus uns zur Weisheit Gottes geworden ist. Das ist eine Schlüsselstellung in der Theologie und wie in anderen Fällen auch, ist es Paulus der für diesen Satz verantwortlich ist. Damit war sie die Weisheit, nach paulinischem Denken, in Christus aufgegangen und wurde für die Menschen unsichtbar. Überall, wo sie im Text der Bibel noch auftaucht, hält man sie, wegen dieses Paulus Zitates, für ein Synonym von Christus. Doch Paulus, wie so oft irrte hier.

Der sogenannte Fortschritt ist ein Irrglaube, des patriarchalen Denkens und aufgrund dieses Denkens ist die weibliche Weisheit enterbt und entmündigt worden. Den großen männlichen Gelehrten der Vorzeit war es unerträglich geworden, dass die göttliche, weibliche Weisheit ihnen immer voraus und überlegen war, weil das erschlossene Bewusstsein eines Menschen, das mit der göttlichen Weisheit zusammen arbeitet  den Intellekt haushoch übertrifft.

In den ersten Jahrhunderten des Christentums entwickelten sich verschiedene christliche und jüdische Richtungen, unter anderem auch die Gnostiker.( was Erkenntnis bedeutet). Die gnostischen Lehren sind bei weitem sehr komplex als das ich sie hier alle erklären möchte aber wir sollten wissen, dass die Vorstellung von Sophia als ein weibliches göttliches Wesen in den gnostischen Schriften einen großen  Bestand hat.

Die Dreieinigkeit – Dreifaltigkeit

Aufgrund der patriarchalischen Prägung des Christentums sind wir es gewohnt, uns Gott als Mann vorzustellen und folglich die Dreifaltigkeit, bestehend aus Gottvater, Heiligem Geist und Gottessohn, als Einheit dreier „männlicher Wesen“. Die Bibel – wenn man sie nicht absichtlich falsch interpretiert – kommt hier zu ganz anderen Aussagen. Danach ist der Heilige Geist als ein weibliches Prinzip zu betrachten, als das schöpferische Prinzip des Lebens, der Schöpfung überhaupt und damit als Muttergottheit. Man kann hier auch von einer göttlichen Gefährtin sprechen. Hinzu kommt Gottes Sohn. Es handelt sich hier jedoch nicht um mehrere unabhängig voneinander existierende Götter, sondern das Göttliche ist – wie es die Dreifaltigkeit besagt – immer schon eine Beziehung zwischen drei göttlichen Personen. Und diese Beziehung ist von Liebe getragen und deshalb die Basis für die Liebe Gottvaters, der göttlichen Gefährtin Gottvaters und des Gottessohnes zu den Menschen.

Das Männliche und Weibliche im Menschen und im Kosmos

Um gleich vorweg ein Missverständnis zu vermeiden: es geht nicht um den Mann auf der einen Seite und/oder die Frau auf der anderen, also zwei unterschiedliche Welten, sondern um das Männliche und Weibliche im Mann (in jedem Mann), und um das Männliche und Weibliche in der Frau (in jeder Frau). Und natürlich um das Männliche und Weibliche im Kosmos. Denn: wie oben, so unten.

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“

heißt es in der Genesis, nämlich „männlich und weiblich“. Adam war männlich-weiblich, anfangs, also androgyn. Adam bedeutet ja auch nicht „Mann“, sondern „Mensch“. Eine Trennung fand erst viel später statt: Eva entstand aus einer „Rippe“ Adams, d.h. dass Eva – das Weibliche – bis dahin im androgynen Adam noch enthalten war, ein Teil von ihm war. Durch die Trennung des Adam in eine männliche und weibliche Gestalt wurde auch der Kontrast geschaffen, der Voraussetzung für jede Bewusstseinsentwicklung ist. Der Mensch entwickelt ja dadurch Selbstbewusstsein und Selbsterkenntnis, und damit letztendlich die angestrebte Freiheit, dass er sich mit Kontrasten, Gegensätzlichkeit auseinander setzt, sein Leben lang, alle Leben lang.

Balance ist wichtig

Jeder Mensch – ob Mann oder Frau – hat also männliche und weibliche Eigenschaften, Anteile, Aspekte. Wer sich in der Astrologie ein bisschen auskennt, weiß, dass die männlichen und weiblichen Anteile in einem Menschen aus seinem Geburtshoroskop ersichtlich sind. Anzustreben ist eine Balance zwischen den männlichen und weiblichen Anteilen. Aber das ist wohl erst möglich, wenn der Mensch lange genug mit Kontrasten konfrontiert wurde, und darunter vielleicht gelitten hat. Auch hier gilt: Leiden und Probleme lösen müssen, über längere Zeit, bewirken nachhaltige Veränderung!

Das Männliche

(das ICH) im Mann und in der Frau ergreift Initiative, denkt, plant.

Das Weibliche

(die Seele) ist unsere Gefühlswelt, unsere Emotionen, aber auch Bewusstsein und Weisheit. Das Männliche macht ohne das weibliche Gegenstück keinen Sinn: Initiativen ergreifen ohne weisheitsvolles Vorgehen geht schief. Ebenso braucht das Weibliche das männliche Gegenstück: nur Gefühlswelt, nur Emotionen, ohne nach- (oder vor-) zu denken, und ohne Initiativen zu ergreifen, nur  rumjammern, reicht auch nicht.

Der Mensch inkarniert sich abwechselnd als Mann und Frau

Der Mensch inkarniert sich – meistens abwechselnd – mal als Mann, mal als Frau. Die Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens als Mann macht, sind von denen der Frau sehr unterschiedlich. Und um das Sammeln von vielen unterschiedlichen Erfahrungen – und daraus lernen – geht es ja in unserer Entwicklung. Nach vielen solchen – oft schmerzvollen – Erfahrungen kommen wir dann hoffentlich eines Tages zu der Erkenntnis: das Leben, die Entwicklung, machen nur dann Sinn, wenn sich das Männliche und das Weibliche erkennen, achten, lieben und einander unterstützen (siehe in diesem Zusammenhang den VITASOPHIE-Artikel Karma und wiederholte Erdenleben).

Der Name Adam bedeutet noch viel mehr:

der Buchstabe A im hebräischen Alphabet hat den Zahlenwert 1. 1 als Heilige Zahl bedeutet „Gott“. Das Wort „dam“ bedeutet „im Blut“. „Adam“ also gleich „Gott im Blut“. In anderen Worten: Gott wird Mensch. Wenn der Mensch männlich und weiblich ist und Gottes Ebenbild, dann ist wie wir bereits erfahren haben natürlich Gott selbst auch männlich und weiblich, Gott-Vater/Mutter bzw. Gott/ Göttin.

So macht es ja auch Sinn: die Fülle von Galaxien im Universum, all die Vielfalt von Leben und Lebensformen (schauen wir uns doch nur mal die wunderschöne Natur um uns herum an) können doch nicht entstehen, wenn ein rein männlicher Gott einsam auf einem Thron im All herumsitzt, sondern doch nur dadurch, dass männlich-Göttliches und weiblich-Göttliches zusammen durch das Universum wirbeln. Die Galaxien entstehen durch das Zusammenwirken der männlich-göttlichen Dynamik, Aktivität, und der weiblich-göttlichen Weisheit –Sophia.

Auch im Universum, also der Summe aller Galaxien, ist alles männlich-weiblich angelegt, plus und minus, elektrisch und magnetisch. Yin und Yang. In jeder Zelle unseres Körpers ergänzen sich männliche und weibliche Aspekte. Die Kundalini-Kräfte wirbeln in einem je männlichen und weiblichen Kanal um die Wirbelsäule herum durch die Chakren nach oben und versorgen so den Menschen mit Lebens- bzw. Denkkräften.

Das Wissen um den weiblichen Anteil im Menschen und in allen Dingen ist – fast, aber auch nur fast – verloren gegangen. Die Wissenschaft ignoriert das Weibliche (die Seele in allen Wesen) vollkommen. Warum? Weil die Wissenschaft das Männliche, das Denken, den Intellekt pur repräsentiert. Die Gefühlswelt wird von der Wissenschaft als ein illusionärer Bereich, als subjektiv betrachtet. Gefühle darf ein Wissenschaftler nicht haben, diese würden ihn von seinen „objektiven“ Betrachtungen ablenken. Obwohl auch hier Veränderungen festzustellen sind: man hat nämlich bemerkt, dass sich wissenschaftlich beobachtete Vorgänge unter dem Einfluss, allein durch die Gegenwart, des betrachtenden Menschen verändern. Das wäre ja subjektiv. Großes Rätsel! Aber diese neuen Erkenntnisse, die sich da abzeichnen, gehören ja zu den neuen Entwicklungen und Veränderungen, die sich seit ein paar Jahren überall abzeichnen. Die Wissenschaft bleibt vom beginnenden Wassermann Zeitalter, dem Zeitalter der bewusst gelebten Erkenntnisse, nicht verschont.

 

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