Der Weiße Ritter

Der Weiße Ritter kommt dem Schwarzen Ritter bei feindlichen Übernahmen zu Hilfe.

Wladimir Putin (Präsident der russischen Föderation) spricht vor der Föderalen Versammlung Russlands und kaum jemand achtet auf die Symbolik dahinter. Die Symbolik wird durch die Bilder und durch seine Worte deutlich, die jeder hören und sehen kann, aber vielleicht nicht jeder deuten kann oder will.

Live: Putins jährliche Ansprache vor der Föderalen Versammlung mit deutscher Übersetzung

Hinter Putin stehen zwei Flaggen. Die eine Flagge (links) ist die offizielle Staatsflagge. Die andere Flagge (rechts) zeigt die offizielle Handelsflagge Russlands, als internationaler Handelspartner. Viele meinen, solch eine Flagge stelle die Firmenflagge einer Nation dar, das sich so als Unternehmen zeige. Die Handelsflagge sei an der goldfarbenen Borte und an seinem unverwechselbaren Logo (Wappen) zu erkennen. Das Wappen zeigt einen goldfarbenen, zweiköpfigen Adler, einen weißen Ritter, der unter sich ein schwarzes Etwas besiegt zu haben scheint. Dieses Abbild befindet sich auf rotem Grund.

Der Adler wird gern als der König der Lüfte betrachtet. Er war in den meisten Kulturen ein Symbol für hochstehende Götter. In Europa stand er für die Gotteskraft des Zeus und Jupiter.

Die Zweiköpfigkeit des Adlers zeigt offenkundig symbolisch ein duales Prinzip der Herrschaft auf. Oftmals waren es Kaiser und König, die sich die Macht aufteilten, oder sich gegenseitig zu schützen wussten. Da Russland kein adeliges Königshaus hat, muss die Deutung auf die derzeitigen Machtverhältnisse ausfallen. Hier weisen uns die beiden Flaggen den Weg. Es muss sich, wie bei vielen Nationen um die Gewaltenteilung zwischen den politischen Machthabern und den wirtschaftlichen Machthabern handeln. Diese wissen sich gegenseitig zu schützen.

Der rote Grund des Wappens symbolisiert das Blut, das geopfert werden musste, um die Herrschaft in die aktuell vorhandene Gewaltenteilung zu bringen.

Das markanteste Symbol ist der weiße Ritter auf einem weißen Pferd. Der Ritter trägt eine Lanze, die fast wie zufällig auf das unter ihm angedeutete schwarze Etwas zielt. Dieses wird offiziell als der Schatten des weißen Ritters erklärt. Bei genauerer Betrachtung scheint es sich um eine drachenähnliche Darstellung zu handeln.

Andere Stimmen, die das Gute in Russland und Putin sehen wollen, wollen in dem schwarzen Objekt den Schwarzen Ritter gedeutet sehen. Es soll das Gute gegen das Böse antreten, um es aus der Welt zu schaffen. Da sich Russland auf der offiziellen Bühne der Öffentlichkeit in einem Disput mit den USA, bzw. mit der NATO zu befinden scheint, werden diese dem Schwarzen Ritter zugeschrieben.

Wenn es sich um den Schwarzen Ritter handeln würde, der besiegt werden würde, dürfen wir einen Blick in die Wirtschaft richten. Dort werden Investoren, die eine feindliche Übernahmen vollziehen wollen, als schwarze Ritter bezeichnet. Als weiße Ritter werden diejenigen bezeichnet, die den schwarzen Rittern heimlich, also für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, bei der Okkupation zu Hilfe kommen.

So dürfen wir die Unternehmung der Globalisierung, in die Russland bekanntlich als Handelspartner voll umfänglich eingebunden ist, als einen Begriff der Geschäftswerdung von allem was ist verstehen. Alles, aber auch wirklich alles wird zum Geschäft. Das ist die Voraussetzung dafür, dass es den Eliten möglich ist, Menschen für ihren Saus und Braus bezahlen zu lassen.

Dabei ist Putin dem schwarzen Ritter behilflich, das Werk der Geschäftswerdung von allem was ist zu bewerkstelligen. Wahrscheinlich ist es ihm selbst nicht einmal so deutlich bewusst. Aber so unwissend dürfen wir ihn auch nicht einschätzen. Er ist selbst ein Oligarch und damit ein Bestandteil der Gewaltenteilung in Russland.

Es ist alles nur ein Spiel und jeder nur ein Statist, solange er an dem Spiel mitwirkt. Putin spielt seine Rolle sehr gut, denn die Menschen folgen ihm geplant, wie die Lemminge.

Das Ziel des Spiels besteht darin, sich selbst als Schöpfer seines Selbst zu erkennen. Diejenigen, die glauben noch nicht genug Geld in ihrem Speicher zu haben, werden solange raffen müssen, bis sie durch ein einschneidendes Ereignis darauf gestoßen werden, dass sie es nicht mehr brauchen, um glücklich zu sein.

Da die meisten Menschen von diesem Spiel keine Ahnung haben, also nicht bewusst daran teilnehmen, können sie als Statisten missbraucht werden.

Das Spiel erzeugt Illusionen, die dafür sorgen, dass Menschen ihr natürliches Sein verlassen. Der Lebensplan, oder die Idee des Lebens wird ignoriert. Sie lehnen sich selbst ab, um in die künstliche Welt hinauszugehen. Weil sie sich selbst und das göttliche Sein in sich selbst ablehnen, streben sie letztlich nach Ersatzbefriedigungen. Diese – glauben sie – wären ihre Ziele in ihrem Leben. Sie glauben sie in gut dotierten Jobs und in Machtpositionen zu finden und glauben nur dann anerkannt und geliebt zu sein, wenn sie über genug Einkommen oder über genug Macht verfügen. So denken und glauben sie sei die Welt. Aber so ist sie nicht.

Die Aufgabe Putins besteht als Teil der Macht-Elite darin, die Menschen tiefer in die Verflechtungen der Selbstversklavung zu führen. Die Regionen Russlands sollen in die Verstrickungen der Geschäftswerdung der Welt hineingeführt werden. Er verspricht ihnen mehr Komfort, mehr gesellschaftliche Teilhabe, Urlaubsreisen und anderen Luxus. Aber mit jedem neuen Luxus, mit jeder neuen Bequemlichkeit, die das Leben scheinbar erleichtern, vollzieht sich gleichzeitig die Verpflichtung, die dafür zu erbringende Finanzkraft zu erwirtschaften. Menschen müssen Menschen betrügen können, um ihre Bequemlichkeiten bezahlen zu können. Das sagt er den Menschen jedoch nicht. Er sagt ihnen nicht, dass auch die Russen mehr für den elitären Staat zur Kasse gebeten werden, wenn sie der geplanten gesellschaftlichen Teilhabe zustimmen. Daran profitieren jedoch nicht die Menschen, die der Bequemlichkeit erlegen sind, sondern die Eliten Russlands, zu denen Putin sich dazugehörend betrachten kann.

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Das Spiel besteht für den Menschen darin, es zu durchschauen, dass es nur ein Spiel ist, dass es eben nur eine Illusionen ist. Wahrscheinlich werden die meisten Menschen es jetzt noch nicht erkennen. Aber eines Tages werden die Menschen es erkennen, dass sie diese Teilhabe, diesen Luxus und diese Bequemlichkeiten nicht brauchen, um glücklich zu sein. Bis dahin werden sich die Menschen mehrheitlich in einem Mangel betrachten. Die Anderen besitzen alles und sie selbst besitzen nichts. Deshalb seien die Anderen Schuld daran, dass sie arm seien. So kommt die Täuschung zustande, die sie in Putin hinein projizieren. Sie glauben er wäre der weiße Ritter, der ihnen ihr Leben verschönern würde. Dabei werden sie sich von ihm verführen lassen und werden sich selbst ihr Leiden vergrößern. Putin trägt daran keine Schuld. Er spielt nur seine Rolle in diesem Spiel. Die Verantwortung der Selbstversklavung liegt in jedem Menschen selbst. Aber die Selbstversklavung ist die Voraussetzung für den Luxus bei den Eliten. Nicht deren Machtposition.

Es ist letztlich die Suche nach der Liebe zu sich selbst. Die Schleier der Verführungen sind dafür da, um die Menschen in dieses Spiel zu verstricken. Die Liebe zu uns selbst können wir jedoch nicht im Konsum, oder im Luxus finden, sondern nur in uns selbst und durch die Hinwendung zu uns selbst. Wir können nur um so unzufriedener werden, je mehr Besitz und Reichtum hinzukommt. Denn der Besitz erfordert Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit, oder Hinwendung zu den materiellen Dingen führt uns von unserem wahren Sein weg. Wird der Besitz jedoch vernachlässigt, verfällt er. Wird das Geld nicht investiert, verliert es an Wert. Geht eine Investition schief und das Geld geht verloren, ärgern sich nicht wenige Menschen in ihren eigenen Tod hinein.

Dabei steckt in allem nur die Suche nach der bedingungslosen Liebe, die wir nicht im Außen und nicht in den materiellen Dingen erfahren können. Wir können sie nur dann erfahren, wenn wir es durchschauen können, dass wir nicht ein Teil der materielle Ebene des Seins sind, sondern wir sind die Seele, die einen Körper hat. Unsere Seele schaut, stellvertretend für Gott selbst, oder angebunden an Gott selbst, durch unseren Körper und durch unser Leben hindurch, in diese Welt hinein, die er durch seine Schöpferkraft erschaffen haben muss, um sich selbst zu erfahren.

Diese Welt wurde eingerichtet, um den Schöpfer sich selbst durch die Augen des Lebens erfahren zu lassen. Die materiellen Dinge, die Illusionen und Verführungen können als Teile des Spiels, als Drehbuch und Kulissen betrachtet werden. Solange wir uns nicht unseres Selbst ermächtigen, werden wir missbraucht. Sobald wir uns als Schöpfer unseres Selbst erkennen, können wir aus diesem Spiel aussteigen. Ab diesem Zeitpunkt können wir das Spiel von außen betrachten, so als würden wir im Zuschauerraum eines Theaters sitzen.

So wie die Grashüpfer auf der Sommerwiese nicht wissen, dass es eine noch viel größere Welt gibt, als diese Wiese, so wissen viele Menschen nichts davon, dass sie eigentlich ein Teil des Universums sind. Solange sie daran festhalten wollen, dass es nur diese materielle Welt gibt, werden sie wie die Grashüpfer an dieser Begrenztheit festhalten müssen.

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Eines Tages steht jeder Mensch jedoch vor einer Weggabelung. An diesem Punkt werden sie sich entscheiden müssen, ob sie den Weg der Selbsttäuschung und Selbstversklavung weiter gehen wollen oder ob sie zu sich selbst zurückkehren wollen und sich selbst erkennen wollen. Diesen Zeitpunkt begegnet jeder Mensch mindestens ein Mal im Leben. Oftmals werden Menschen mehrmals an eine solche Weggabelung geführt. Wir haben immer die Wahl uns zu entscheiden.

Die Menschheit hatte schon oft kollektiv vor solchen Weggabelungen gestanden. Immer wieder kam es zur Selbstvernichtung ganzer Zivilisationen, weil man es ablehnte, den Verführungen zu entsagen.

Auch das legendäre Orakel von Delphi soll die Menschen zur Selbsterkenntnis ermahnt haben. So soll am ersten Eingang zu lesen gewesen sein: „Erkenne Dich selbst!“ Am zweiten Eingang stand dann sinngemäß: „Dann erkennst Du Gott!“

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