Fo-Ti-Tieng – Die Wurzeln des Seins

Die Legendenumwobene Geschichte, rund um Fo-Tieng (polygonum multiflorum), später Ho-Shou-Wu, geht weit zurück. Man erzählt sich in China, dass einst ein 58 Jahre alter Landwirt, der impotent war, ein paar Tage durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten war und sich allein von dem versorgen musste, was er an diesem Platz vorfand. Der Ort soll überwuchert gewesen sein, von einem Knöterich, genannt Fu-Ti-Tieng. Mehrere Tage, vielleicht eine Woche musste er dort ausharren und aß nur von diesem Knöterich.

Als er dann wohl behalten geborgen wurde, musste er mit Erstaunen feststellen, dass er seine Potenz wieder erlangt hatte. Daraufhin beschloss er weiterhin täglich von der Fu-Ti-Tieng-Pflanze zu essen. Er aß die Blätter und Wurzeln. Dabei stellte er fest, dass die Wurzeln eine noch intensivere Wirkung erzielten, als die Blätter. So aß er dann täglich einen Salat von der Wurzel der Pflanze. Dadurch entwickelte er ein stark ausgeprägtes sexuelles Verlangen und zeugte mehrere Nachkommen.

Eine davon nannte er Ho-Ven-Shiu, die 160 Jahre alt wurde. Einen Sohn nannte er Ho-Shou-Wu, der 130 Jahre alt wurde und mit schwarzen Haaren starb. Ein chinesischer Kräutermann, mit dem Namen Li-Chung-Vun, wurde 256 Jahre alt, war 24 Mal verheiratet und sah wie ein junger Mann von 50 aus, als er starb. Sein Geheimnis war, dass man ein ruhiges Herz haben, wie eine Schildkröte ruhig sitzen, stolz wie eine Taube gehen und fest wie ein Hund schlafen sollte. Er trank täglich einen Ho-Shou-Wu-Tee mit Ginseng.

Im nebenstehenden Video werden Fu-Ti-Wurzeln gezeigt, die echt sind. Die Menschen, die diese Pflanzen angebaut hatten, wollten als Familie fruchtbar sein und hatten dieses Thema in die Pflanze hinein projiziert. So gesehen und an den Ergebnissen können wir ablesen, dass die Pflanze für uns Menschen bestimmt ist. Es wachsen aber nicht immer solche stattlichen Figuren heran. Jedoch ist dies ein Hinweis darauf, dass unsere Schöpferkraft ganz besonders gut in einer Symbiose mit der Natur wirken kann.

Es wird gesagt, Fu-Ti habe ähnliche Eigenschaften, wie Ginseng. Tatsächlich ist Fo-Ti aber die bedeutendste unter den in China gebräuchlichsten sechs großen gesundheitsfördernden Pflanzen. Diese sind Fo-Ti, Angelica, Lycium, Panax Ginseng, Elutheroccus senticosus und Glycyrrhiza galabra.

Fo-Ti enthält einige Inhaltstoffe, die sich förderlich auf das Allgemeinbefinden auswirken, bis hin, dass sie als Anti-Tumormittel wirken können, wie Emodin, rhein, Stilbenoide (natürliches Antiaging-Mittel), Tetrahydroxystilben-glucosid, Anthrachinonen, Polydatin, Resveratrol, Chrysophanol, aloeemodin, rhein, Physcion, tetrahydroxy-stibene, noreugenin, Apigenin, daucosterol, Beta-Sitosterin, Stearinsäure, Anthrachinone,  Rhapontin, Phenol- Glucosides, Stickstoff, Mineralien, ungesättigten Fettsäuren, Lecithin, Oxymethylanthroquinone, Stärke (bis zu 50%), leucoanthrocyanides (LAC), die nachweislich entzündungshemmende und onkogene Eigenschaften haben.

Man erzählt sich, dass man mit Fu-Ti-Tieng seine Jugendlichkeit und die damit verbundene gesundheitlich-jugendliche Verfassung zurückerhalten könne. Tatsächlich ist die Pflanze ein Stärkungsmittel für Leber und Nieren. Somit wirkt sie entgiftungsfördernd. Sie stärkt Muskeln und Knochen. Sie erhält die Haarfarbe oder bringt sie sogar zurück und verhindert das vorzeitige Ergrauen. Sie verhindert das Austrocknen und Erschlaffen der Haut. Frauen kann sie sogar noch im hohen Alter wieder fruchtbar machen.

Emodin wirkt antibiotisch und kathartisch, 1,3,8-Trihydroxy-6-methylanthrachinon, orangefarbener Naturfarbstoff, der sich vom Anthrachinon ableitet und in glykosidischer Form in Rhabarber, Faulbaum (Kreuzdorn), Sauer-Ampfer und Aloe vorkommt. Emodin, das stark abführende Wirkung besitzt (Abführmittel), hat auch bei der Biosynthese der Ergochrome als Intermediärprodukt Bedeutung. Sein natürlich vorkommendes Dimeres ist das rote Hypericin.

Fo-Ti ist ein Stärkungsmittel für die endokrinen Drüsen. Das bedeutet, zellerneuernde Botenstoffe werden vom Körper direkt ins Blut gegeben und verteilen sich über den ganzen Körper. Die Pflanze verbessert die Ausdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen. Sie wirkt Cholesterin senkend. Sie unterstützt die Behandlung bei Angina pectoris, Blut im Stuhl, Hypoglykämie, Diabetes, Nachtschweiß, Schizophrenie, chronische Bronchitis, Epilepsie, Kopfverletzungen, Impotenz, Malaria, Wunden, Schnitte und Ringelflechte. Sie fördert die Bildung vitaler roter Blutkörperchen. Sie stärkt die Darmperistaltik. Der Körper kann besser seine Wärme halten.

Es scheint so zu sein, dass die Pflanze aus ihrer Natur heraus, also als unverwüstlicher Knöterich, seine unverwüstliche Lebensweise als Information auf den Menschen überträgt, wenn er sich von ihr ernährt.

Ich habe seit vielen Jahren eine Pflanze in einem Topf auf meinem Balkon. Die Blätter schmecken etwas bitter. Je bitterer, desto mehr Wirkung, ist mein Eindruck. Sie ist wahrlich unverwüstlich und wuchert sogar bei Vernachlässigung. Allerdings darf sie nie austrocknen. Sie liebt einen halbschattigen Standort, ist winterhart und kommt im Frühjahr wieder neu aus dem Boden. Ich würde davon abraten, ihre Wurzeln vollständig zu ernten. Denn diese Pflanze ist ja auch ein Lebewesen, das Überleben möchte. Deshalb ernte ich nur die Blätter, so im Vorbeigehen mal hier und da. Beim Umtopfen wird immer ein Teil der Wurzel verpflanzt, der Rest kann zu Speisen verarbeitet werden.

Wer sich selbst nicht auf die rechte Art liebt, kann auch andere nicht lieben. Denn die rechte Liebe zu sich ist auch das natürliche Gutsein zu anderen. Selbstliebe ist also nicht Ichsucht, sondern Gutsein. Robert Musil (1880 – 1942) österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker.

Inzwischen wird die Pflanze von vielen Händlern als profitable Handelsware angeboten, denn die Nachfrage ist groß. Es gibt sie Pulverisiert, in Kapseln, als Tinktur, als Tee, gerebelt und getrocknet, als Presslinge, ganze Wurzeln und als Extrakte. Das Geschäft blüht also. Den Menschen ergeht es trotzdem nicht besser.

Viele Menschen glauben, allein mit dem Verzehr der Pflanze würden sie unverwundbar und vielleicht sogar unsterblich sein. Das ist leider nicht so einfach möglich. Die Pflanze beschenkt uns sehr reich, mit unglaublich vielen gesundheitsfördernden Substanzen. Das nutzt jedoch alles nichts, wenn der Mensch trotzdem ein Rabauke gegen sich selbst bleibt, sich selbst missachtet und ungehindert Raubbau an seinem eigenen Körper betreibt.

Auch hier darf nicht unerwähnt bleiben, dass es immer nur die Gedanken sind, die unser Sein bestimmen. Die Natur unterstützt uns dabei, wo sie nur kann. Aber wir selbst erschaffen unser Sein durch unsere geistigen Qualitäten. Auch hier ist die harmonische Einheit von Körper, Seele und Geist gefragt. Dann wird uns diese Pflanze mit einem langen und reichen Leben beschenken.

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